1. VORVERSTÄRKER – MIKROFON-/LINE-VERSTÄRKER, LINE/INSTR.
Der MIC/LINE GAIN-Regler bestimmt die Vorverstärkung für Mikrofon-, Line- oder Instrumentensignale. Im Standardmodus steuern Sie die Mikrofonvorverstärkung. Aktivieren Sie den LINE/INSTR.-Schalter, um Line- oder Instrumentensignale zu steuern.
Die Vorverstärkungswerte für Mikrofonsignale decken einen Bereich von +8 dB bis +63 dB ab. Bei Einbau des optionalen Mikrofon-Eingangsübertragers erhöhen sich die skalierten Werte um ca. +14 dB.
Die Vorverstärkungswerte für Line- und Instrumentensignale decken einen Bereich von -12 dB bis +22 dB ab.
2. KOMPRESSOR / LIMITER
KOMPRESSOR
Der COMPRESSION-Regler bestimmt die Kompressionsintensität. Drehen im Uhrzeigersinn erhöht die Kompression. Der Arbeitsbereich reicht von 0 dB (ganz links) bis -32 dB (ganz rechts).
Der Kompressor verwendet die sogenannte „Soft-Knee“-Kurve, d. h. er beginnt früher mit der Bearbeitung als bei einer Hard-Knee-Kurve. Hard-Knee-Kompressoren können zwar manchmal mehr Lautstärke erzielen, wirken aber abrupt, und die Gefahr, eine Aufnahme durch Kompressionsartefakte zu ruinieren, ist deutlich höher. Der Soft-Knee-Kompressor hingegen hilft stets sehr gut, die Pegel unter Kontrolle zu halten und sorgt für höchste Aufnahmesicherheit – und falls eine weitere Lautstärkesteigerung gewünscht wird, kann das Signal auch nach der Aufnahme noch bearbeitet werden.
Bei maximaler Kompression arbeitet er mit einem Verhältnis von 1:3 zwischen Eingangs- und Ausgangssignal – so sind sehr effektive Dynamikbearbeitungen bei unaufdringlichem Klangverhalten erreichbar.
BEGRENZER
Der LIMIT-Schalter macht den Kompressor zum Limiter. Der COMPRESSION-Regler dient nun zur Regelung des Thresholds. Der Limiter arbeitet „weich“ und nicht als Peak-Limiter. Das heißt, es gibt keine Garantie dafür, dass alle Peaks begrenzt werden. Daher ist es ratsam, beim Ansteuern eines nachfolgenden Gerätes einen Headroom von 2 bis 4 dB einzuhalten. Peak-Limiter haben systembedingt den Nachteil, deutlich schneller hörbare Verzerrungen zu erzeugen. Aus Klangqualität und Aufnahmesicherheit ist der Soft-Limiter-Modus daher für einen Aufnahme-Kanalzug die bessere Wahl.
MAKE-UP-GEWINN
Mit dem MAKE UP GAIN-Regler können Sie die durch Kompression oder Limiter verursachte Pegelabsenkung rückgängig machen. Mithilfe der GAIN REDUCTION-Anzeige lässt sich die MAKE UP GAIN-Regelung ganz einfach einstellen: Beträgt die maximale Pegelabsenkung des lautesten Tons beispielsweise -9 dB, sollte der MAKE UP GAIN-Regler auf Werte um +9 dB eingestellt werden. Schaltet man den Kompressor/Limiter nun aus, ist die erzielte Lautstärkesteigerung hörbar.
3. DE-ESSER
Mit diesem Regler lässt sich die Intensität der S-Laut-Reduktion bestimmen. Da die Verarbeitung anhand des Pegelvergleichs des gesamten Frequenzspektrums erfolgt, ist die Verarbeitung bei extremen S-Laut-Pegeln intensiver als bei niedrigen Pegeln. Durch diese Verarbeitungsmethode wird ein konstanter Pegel der verbleibenden Zischlaute im Ausgangssignal erreicht.
TECHNOLOGIE
Im Gegensatz zu herkömmlichen De-Essern mit Kompressortechnik nutzt der SPL De-Esser das Prinzip der Phasenauslöschung. Er verwendet Filter, die nur die reduzierbaren „S-Frequenzen“ verarbeiten, das restliche Spektrum aber nicht beeinträchtigen. Die S-Frequenzen werden automatisch erkannt, die Phase invertiert und dem Originalsignal beigemischt. Diese Arbeitsweise bietet entscheidende Vorteile: Sie ist unaufdringlich und trägt zur Erhaltung der ursprünglichen Klangqualität bei. Kompressortypische Nebeneffekte wie Lispeln oder nasale Töne treten nicht auf. Die Bedienung ist kinderleicht.
4.EQUALIZER
LMF
Die Mittenfrequenz des halbparametrischen Bassfilters wird mit dem LMF-Regler (Low/Mid Frequency) eingestellt. Der einstellbare Frequenzbereich liegt zwischen 30 Hz und 700 Hz, sodass dieses Filter einen Bereich von ca. 4,5 Oktaven abdeckt und somit vom tiefsten Bass bis zum unteren Mittenbereich eingesetzt werden kann. Zusammen mit dem MHF-Filter wird so das gesamte Frequenzspektrum abgedeckt.
Der LMF-/+-Regler bestimmt die Anhebung bzw. Absenkung des LMF-Filters; die Maximalwerte liegen bei +/- 14 dB. Das LMF-Filter arbeitet ebenfalls nach dem Proportional-Q-Prinzip.
Der LMF-Filter kann vielseitig eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind die Betonung des Grundklangs einer Stimme, die Reduzierung von „Drumm“-Frequenzen und die Platzierung bassbetonter Instrumente während der Aufnahme oder beim späteren Mischen usw.
MHF
Die Mittenfrequenz des semiparametrischen Mittel-/Hochtonfilters wird mit dem MHF-Regler eingestellt. Der Frequenzbereich lässt sich zwischen 680 Hz und 15 kHz einstellen, sodass dieses Filter einen Bereich von 4,5 Oktaven abdeckt und sowohl im unteren Mittel- als auch im Hochtonbereich gleichermaßen eingesetzt werden kann. Zusammen mit dem LMF-Filter wird so das gesamte Frequenzspektrum abgedeckt.
Dieser Regler bestimmt die Anhebung bzw. Absenkung des MHF-Filters; die Maximalwerte liegen bei +/- 12 dB. Auch das MHF-Filter arbeitet nach dem Proportional-Q-Prinzip. Die Filterkonstruktion ermöglicht es, den gesamten Bereich, von der selektiven Entfernung betonter Frequenzen bis hin zur charaktergebenden Betonung eines Instruments, effektiv und schnell abzudecken.
LUFTFELD
Das Hochfrequenzfilter im Equalizer-Modul wird als AIR BAND bezeichnet. Es handelt sich um ein Spulen-Kondensator-Filter mit sogenannter Glockencharakteristik und einer Mittenfrequenz von 17,5 kHz. Bei dieser Frequenz beträgt die maximal mögliche Anhebung +10 dB, die maximal mögliche Dämpfung -10 dB.
Der weiche und natürliche Klangcharakter des Coil-Capacitor-Filters eignet sich hervorragend dazu, Gesang im oberen Frequenzbereich klarer und luftiger zu gestalten und so seine Präsenz zu verbessern. Andererseits kann harschen Klängen durch die Dämpfung ein angenehmeres Klangbild verliehen werden.